Zusammenhalt für gleiche Bedingungen in der Leiharbeit

Zusammenhalt für gleiche Bedingungen in der Leiharbeit

Im September 2010 konnte die IG Metall in Nordrhein-Westfalen während der Tarifverhandlungen in der Stahlindustrie erstmals die gleiche Bezahlung von Leiharbeitnehmern und Stammarbeitskräften tariflich verankern. In einer Zusammenfassung der IG Metall wurden einige Stimmen zu diesem Erfolg eingefangen.

„Die Leiharbeiter haben das Ergebnis sehr positiv aufgenommen“, freut sich der Betriebsrat der Eisenbahn und Häfen GmbH, Michael Müller. Viele von ihnen hätten das erste Mal an Streiks teilgenommen und die Solidarität einer großen Menschenmenge erlebt.

Dieser Erfolg war nur möglich, meint Thomas Micklich, Leiharbeitnehmer bei Thyssen, weil die Stammbelegschaft und die Leiharbeiter zusammengehalten haben.

Betriebsräte und Leiharbeitskräfte aus anderen Branchen wünschen sich ebenso einen solchen Erfolg. „Es ist anstrengend als Zeitarbeiter die Motivation aufrecht zu erhalten, wenn man sich im Prinzip nicht das gleiche leisten kann wie der Kollege nebenan“, ärgert sich Dirk Fankhauser, Leiharbeiter in der Automobilbranche. „Man müsste einfach stärker zusammenhalten“, stellt sein Kollege Mutlu Günbal fest.

„Natürlich würden wir gern in allen Branchen die Ungleichheit der Leiharbeit sofort beseitigen“, sagt Oliver Burkhard, Verhandlungsführer des Stahltarifvertrags für die IG Metall. Aber in der Stahlindustrie existierten besondere Voraussetzungen, weil die Belegschaft extrem hoch organisiert sei. Gut organisierte Belegschaften, so Burkhard, bedeuteten auch gute Tarifverträge.

Die Leute müssen Gewerkschaftsmitglieder werden“, fasst Thomas Freels, Betriebsrat bei Ford, zusammen. „Sonst hat das keinen Zweck.“




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