In Deutschland sind nach der Wirtschaftskrise so viele Leiharbeitnehmer beschäftigt wie noch nie zuvor.
„Leiharbeit entwickelt sich immer mehr zum sozialen Sprengstoff am Arbeitsmarkt. Mit Leiharbeit wird zunehmend Stammbeschäftigung verdrängt und eine zweiten industrielle Reservearmee aufgebaut.”
Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall
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Die Bundesagentur für Arbeit verzeichnet so wenig Arbeitslose, wie seit 18 Jahren nicht mehr. Gewerkschaften und Oppositionsparteien weisen auf die Schönheitsfehler der Statistik hin: Jede dritte Stelle kommt aus der Leiharbeitsbranche und im verarbeitenden Gewerbe erfolgt 60 Prozent des Stellenaufbaus über Leiharbeit. DGB und Grüne werfen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vor, die Zahlen seien geschönt.
Seit mehreren Monaten fordern die Beschäftigten des niedersächsischen Baumaschinenherstellers Atlas einen Tarifvertrag. Nun ist die Belegschaft des Werks in Ganderkesee in den Streik getreten. Geschäftsführer Filipov weigert sich zu verhandeln und versucht den Betrieb mit Leiharbeitskräften am Laufen zu halten. Die IG Metall hat die von Atlas beauftragten Verleihunternehmen nun dazu gebracht, keine Arbeitskräfte mehr an die bestreikten Betriebe zu verleihen.
Die IG Metall und ihre Mitglieder machen sich für einen “Kurswechsel für ein gutes Leben” stark. Mit zahlreichen regionalen und überregionalen Aktivitäten unterstreicht die IG Metall in diesem Herbst ihre Forderungen nach einer sicheren, faire Arbeitswelt und nach einer gerechten Gesellschaft, die Perspektiven für alle bietet. Wann, wo und wie verrät diese interaktive Karte.
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Obwohl die deutsche Wirtschaft boomt, verschlechtern sich die Chancen junger Beschäftigter. Laut einer Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der IG Metall ist mittlerweile fast jeder Dritte unter 35 Jahren prekär beschäftigt. Unter den 20- bis 24-Jährigen stieg der Anteil im letzten Jahr sogar von 45 auf 54 Prozent. Von den jungen Leiharbeitskräften wurden nur 7 Prozent von ihrem Einsatzbetrieb übernommen.
In Deutschland sind nach der Wirtschaftskrise so viele Leiharbeitnehmer beschäftigt wie noch nie zuvor. Im August 2010 kletterte ihre Zahl auf 893.000 Arbeitskräfte – 70.000 mehr als beim bisherigen Höchststand Mitte 2008. Die Experten des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), die die Zahlen im aktuellen Zeitarbeitsindex veröffentlichten, rechnen damit, dass die Millionen-Grenze noch in diesem Jahr geknackt werde.
Beim Stahlkonzern Arcelor-Mittal in Duisburg protestieren Auszubildende und fest Beschäftigte gegen die Personalplanung ihres Unternehmens. Ausgelernte sollen in eine Transfergesellschaft ausgelagert werden. Der Betriebsrat befürchtet eine Überalterung der Belegschaft und einen daraus resultierenden Fachkräftemangel. Gegen diese Pläne regt sich nun Widerstand.
Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hat ergeben, dass fast 60 Prozent in Deutschland Leiharbeit ablehnen. Vor drei Jahren waren es noch 40 Prozent. Allensbach-Geschäftsführerin Köcher führt das vor allem auf die schlechtere Bezahlung von Leiharbeitnehmern zurück. Die Umfrage habe gezeigt, dass dies „den Gerechtigkeitsvorstellungen der überwältigenden Mehrheit“ widerspricht.
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Dieser Newsletter ist ein Service der IG Metall. Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes ist die IG Metall, Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, Wilhelm-Leuschner-Str. 79, 60329 Frankfurt am Main. Internet: www.igmetall.de. Verantwortlich für den Inhalt gemäß § 6 TDG und § 10 MDStV: Dieter Wesp.
Redaktion: Michael Faißt und wegewerk GmbH
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Um den Missbrauch in der Leiharbeit zu beenden, müssen die deutschen Leiharbeitsgesetze mit EU-Recht in Einklang gebracht werden. Fordern Sie die Politik auf zu handeln!
Bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation verdienen Leiharbeitnehmer in Deutschland bis zu 45 Prozent weniger als ihre fest angestellten Kollegen. Das verstößt gegen Artikel 23 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte!
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