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Berlin – Die IG Metall hat mit einer Lichtprojektion auf das Bundeskanzleramt den Missbrauch von Leiharbeit kritisiert und ihrer Forderung nach Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern Nachdruck verliehen.
“So schnell die Leiharbeit zum Jobwunder erklärt wurde, so schnell verschwinden die Arbeitsplätze in der Krise”, sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, am Donnerstag in Berlin. “Leiharbeit ist keine Brücke in den Arbeitsmarkt, sondern eine Rutsche in die Arbeitslosigkeit.”
Die Politik sei dafür verantwortlich, dass Leiharbeiter massenhaft entlassen würden. Sie habe schwere Schuld auf sich geladen und sei nun verpflichtet, diesem Spuk ein Ende zu setzen. Jetzt wird nach der Devise verfahren: Von der ungerechten Behandlung im Aufschwung direkt zu ungerechten Behandlung in der Krise. “Wenn die Leiharbeitnehmer arbeitsrechtlich in den Unternehmen angebunden wären, die sie beschäftigten, dann würden jetzt die Schutzmechanismen der Bundesagentur für Arbeit und der Tarifverträge in vollem Umfang greifen”, sagte Wetzel.
Lichtprojektion aufs Kanzleramt
Mit einem Beamer wurde das Gebäude des Bundeskanzleramtes am Abend mit dem meterhohen Schriftzug angestrahlt: Gestern waren wir das Jobwunder. Jetzt werden wir arbeitslos. 750.000 Leiharbeiter fragen: “Ist das gerecht?” In ungewöhnlichen Zeiten für die Menschen müsse man auch ungewöhnliche Wege des Protestes gehen, betonte Wetzel.
Er forderte die Bundesregierung auf, die Gesetze zu korrigieren, die seit 2004 zu einem Anstieg und Missbrauch der Leiharbeit geführt hätten. Notwendig seien Höchsteinsatzfristen für Leiharbeiter. Darüber hinaus sollten Leiharbeiter, die einen längeren Zeitraum in einem Unternehmen arbeiten, in die Stammbelegschaften übernommen werden, da es offensichtlich sei, dass sie keine Auftragsspitzen abarbeiten würden.
Detlef Wetzel vor dem Bundeskanzleramt im Interview mit Journalisten
Den Film zur Aktion gibt es auch auf www.arbeitslose-leiharbeiter.de
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